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Es kann der frömmste nicht in Frieden leben ...  von Jochen Brockmann

 

Kennen Sie das? Ihr Nachbar ist unausstehlich und lässt keine Möglichkeit aus, Sie und Ihre Familie zu schikanieren?

Für Stockhausen und seine Frau Lotte ist dieser Albtraum real geworden, seit Lothar Szczechowski ins Nachbarhaus eingezogen ist. Dass er jetzt auch noch das Haus gekauft hat, ist der berühmte letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ohne Hoffnung darauf, den lästigen Störenfried wieder loszuwerden, bleibt Stockhausen nur eine Wahl: Szczechowski muss sterben!

Doch das ist leichter gesagt als getan, denn in der Mordnacht muss Stockhausen erkennen, dass er nicht der Einzige ist, der einen mörderischen Hass auf den Nachbarn hegt.

Bevor sich alle darüber einig sind, wer Szczechowski das Lebenslicht ausblasen darf, erleben sie eine böse Überraschung, die ihren perfiden Plan zunichtemacht.

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8. Krefelder krimi-tage

Über 150 Autorinnen und Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum haben zur Vergabe des 2. Krefelder Kurzkrimi-Preises spannende, teilweise auch raffinierte Kriminalgeschichten eingeschickt, die am Tatort Niederrhein spielen und in deren Zentrum Gewaltverbrechen wie Mord, Erpressung oder Betrug stehen.

Es sind humorvolle Geschichten dabei, aber auch Millieu-beschreibungen und Stories, welche die psychologischen Momente aufzeigen, die einen Täter antreiben. Und auch die klassischen Whodunits fehlen nicht, in denen ein Kommissar oder ein anderer Ermittler den Fall löst.

Die Jury für den Krefelder Kurzkrimipreis - bestehend aus Journalisten, Buchhändlern, Verlagsmitarbeitern und Autoren - stand vor der mörderisch schwierigen Aufgabe, die 21 besten Kurzkrimis auszuwählen und die Preisträger zu ermitteln.

Die Krimiautoren Ina Coelen und Jepe Wörz stellten für diesen Kurzkrimiband die spannensten Geschichten vom Tatort Niderrhein zusammen.

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Autorennamen in alphabetischer Reihenfolge:

 

Andreas Berg, Erika Bleckmann, Birgit Böseler, Rüdiger van den Boom, Jochen Brockmann, Gitta Edelmann, Hans Forster, Silvia Frevert, Gerd Grunewald, Ursula Heidbüchel, Rudolf Jagusch, Susanne Kliem, Stefanie Koch, Arnold Küsters, Ulla Lessmann, Andreas Lischke, Judith Merchant, Stephan Reinbacher, Dieter Symma, Annette Weber, Burkhard Werk

 

And the winner is ...

  1. Preisträgerin ist Judith Merchant mit ihrem Kurzkrimi "Der Himmel über Krefeld"
  2. Preisträgerin ist Susanne Kliem für "Sekt im Wasserglas"
  3. Preisträger ist Arnold Küsters für
    "Der fünfte Teil"

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Leseprobe aus "es kann der frömmste nicht in frieden leben ..."
von Jochen Brockmann

 

Fünf Minuten später stehe ich vor der Hintertür des Nachbarhauses und schiebe den Schlüssel ins Schloss. Es besteht keine Gefahr, dass Szczechowski mich hören kann. Der liegt längst besoffen und schlafend auf seinem Bett. Dennoch bin ich vorsichtig und will keine bösen Überraschungen erleben.

Gerade als sich das Schloss mit einem leisen Schnappen öffnet, höre ich rechter Hand ein Geräusch. Sofort weiche ich in den Schatten des kleinen Holzschuppens zurück, der an der Längsseite zu meinem Grundstück steht. Ich atme mit offenem Mund, um mich nicht zu verraten. Allerdings ist mein Standort schlecht gewählt, denn ich habe von hier aus keine Möglichkeit zur Flucht. Behutsam schleiche ich mich am Schuppen entlang hinüber auf die andere Seite.

Mit kleinen Schritten gehe ich rückwärts und beobachte sorgsam die Stelle, aus der ich das Geräusch vernommen habe. Kurz bevor ich die hintere Ecke des Schuppens erreiche, stoße ich mit dem Rücken gegen einen Körper.

So muss es sich anfühlen, wenn man einen Herzinfarkt bekommt. Lähmung in den Beinen, Versteifung der Arme und hervorquellen beider Augäpfel. Dieser Augenblick kommt mir vor wie ein ganzes Leben, dauert aber maximal nur eine halbe Sekunde. Ich fahre herum, bereit mit der eleganten Faltschachtel meines japanischen Sashimimessers unbarmherzig zuzuschlagen, und blicke in das Gesicht von Josef Clasen, der das Haus links von Szczechowski bewohnt.

„Herr Stockhausen ...“, raunt Clasen, „was machen Sie denn hier?“

So wie ich meine Faltschachtel zum Schlag erhoben habe, richtet Clasen eine dreizackige Mistforke auf mich.

„Das frage ich Sie, Herr Nachbar. Was wollen Sie hier mit Ihrer Mistgabel?“

Ich ... ähm ... also ...“ Clasen nimmt die Mistforke runter und stützt sich darauf ab. „Erst sagen Sie mir, was sie hier zu suchen haben, Stockhausen.“

Einen Augenblick lang starren wir uns beide an.

Dann bricht es aus Clasen hervor. „Ich mach den Kerl alle. Mir reicht es jetzt. Wissen Sie, dass er das Haus von Lukoscheks Erben gekauft hat? Der zieht hier nie wieder aus, und ich bin es satt, mich von diesem asozialen Mistkerl bis zum Ende meines Lebens verhöhnen zu lassen. Und jetzt gehen Sie mir aus dem Weg, damit ich es zu Ende bringen kann.“

„Wenn hier einer was zu Ende bringt, dann bin ich das.“ Soweit kommt es noch, dass mir Clasen meinen guten Plan zunichtemacht. Ich habe ein größeres Anrecht darauf, Szczechowski zur Hölle zu schicken. „Mich hat er viel mehr gequält als Sie, Clasen.“

»Ha, das könnte Ihnen so gefallen. Auf meine Rosen hat er gepisst und meinem Hund hat er vergiftetes Fleisch über den Zaun geworfen. Tausend Euro hat mich der Tierarzt gekostet, und dafür wird dieser Bastard Szczechowski heute Nacht bezahlen.“

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